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Unternehmer - von kritisch bis aufgeschlossen

Rosenheim/Happing. Die Einladung ging beim Bund der Selbstständigen in Oberbayern in die große Runde. Gekommen sind die wirklich Interessierten - die einen kritisch dem Chiemgauer gegenüber eingestellt, die anderen offen gegenüber dem Netzwerk zugunsten eines regionalen und nachhaltigen Wirtschaftens. Der Erfolg war nach dem Vortrag und Gespräch der Unternehmer mit Chiemgauer-Vorstand Klaus Kopp greifbar: Zwei Unternehmer orderten gleich die Verbraucherkarte und mit dem Huber-Hof in Baierbach am Simssee gibt es ein weiteres schönes Ausflugsziel für alle, die mit Chiemgauer Essen gehen möchten.

Königsbauer findet den Chiemgauer gut
Wimmer: Ich trage die Idee weiter
Kopp wirbt: »Mitmachen«

Rosenheim/Happing. Die Einladung ging beim Bund der Selbstständigen in Oberbayern in die große Runde. Gekommen sind die wirklich Interessierten - die einen kritisch dem Chiemgauer gegenüber eingestellt, die anderen offen gegenüber dem Netzwerk zugunsten eines regionalen und nachhaltigen Wirtschaftens. Der Erfolg war nach dem Vortrag und Gespräch der Unternehmer mit Chiemgauer-Vorstand Klaus Kopp greifbar: Zwei Unternehmer orderten gleich die Verbraucherkarte und mit dem Huber-Hof in Baierbach am Simssee gibt es ein weiteres schönes Ausflugsziel für alle, die mit Chiemgauer Essen gehen möchten.

Die Veranstaltung eröffnete Ursula Köngisbauer aus Rohrdorf von der gleichnamigen Anlageberatung, die seit kurzem beim Chiemgauer mitmacht. Sie freute sich über das Treffen, denn Netzwerke seien heutzutage besonders wichtig. Deshalb habe sie sich eingesetzt, auch anderen Unternehmern Informationen aus erster Hand zur Verfügung zu stellen.

Lebt von Menschen, die was tun


In der insgesamt von einer positiven Stimmung geprägten Veranstaltung im Happinger Hof unterstrich Klaus Kopp die »Marketing-Funktionen« des Chiemgauer. Allerdings machte der Architekt auch klar: »Der Chiemgauer ist ein Bürgerprojekt, getragen von seinen Mitgliedern. Der Chiemgauer wird nur lebendig, wo sich Menschen finden, die vor Ort auch etwas machen«.

Beispiele hierfür sind Stephanskirchen, wo der Chiemgauer seit langem zum Geschäftsleben gehört. Oder Rohrdorf, wo der Chiemgauer im Laufe eines Jahres große Schritte gemacht hat. Oder Frasdorf, wo man mit dem elektronischen Chiemgauer per Karte bei einem Edeka einkaufen kann.

Deutlich verwies Kopp auf die Notwendigkeiten regionale Kreisläufe zu schließen und das Regionalgeld zügig weiterzugeben. Wer als Unternehmer Chiemgauer in Euro zurücktauscht, muss einen Abschlag von fünf Prozent hinnehmen. Für manche Unternehmen sei dies kein Problem, sagte Kopp. Diese sähen es als Kosten wie sie bei einer Kreditkarte auch entstehen. In vielen Branchen sei aber ein solcher Abschlag nicht darstellbar. Genau hierdurch entstehen dann regionale Kreisläufe, nämlich indem Lösungen gefunden werden, um mit den eingenommen Chiemgauer, geschäftlich Waren und Dienstleistungen einkaufen zu können. So besteht für den Lebensmittel und Getränkebereich mittlerweile die Möglichkeit über den Großhandel Waren zu beziehen und diese mit Chiemgauer zu bezahlen. Manche Unternehmer entschieden sich auch schlicht für eine Privatentnahme.

Der eigentliche Sinn des Chiemgauer sei es, die regionale Wirtschaft zu fördern und durch eine hohe Umlaufgeschwindigkeit des Geldes für ein rühriges Geschäft zu sorgen.

Was passiert mit dem Gewinn?


Uwe Hammerschmidt vom Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg stellte die Frage: »Was geschieht mit dem Gewinn«? Vorstand Kopp wies darauf hin, dass drei Prozent direkt in die Vereinsförderung fließen. Diese kann man tagesaktuell im Internet einsehen. Die restlichen zwei Prozent, die beim Rücktausch fällig sind, dienen der Aufrechterhaltung der Vereinsorganisation. »Wir arbeiten noch an der Sachkostendeckung«. Gemeint ist die Finanzierung der vielen Marketing-Aktivitäten, der Zentrale und Regionalbüros, der Benzin- und Kommunikationskosten und vieles mehr. Für das nächste Jahr sei es erklärtes Ziel, dem Geschäftsführenden Vorstand eine kleine, regelmäßige Vergütung zu überweisen.

Ohne ein solides Management der Ein- und Ausgaben und Steuerung des Chiemgauer e. V. unter den Kriterien einer modernen Unternehmensführung lässt sich das weltweit erfolgreichste Regionalgeld-Projekt nicht an der Spitze halten. Mit 640 Unternehmen und einer innerhalb fünf Jahr erbrachten Förderleistung von fast 85.000 Euro wird der Chiemgauer durch Langlebigkeit und eine aufstrebende Dynamik gekennzeichnet.

Die Vorsitzende des Bundes der Selbstständigen in Oberbayern, Ulrike Wimmer aus Raubling, zeigte am Ende der Veranstaltung Interesse, die Idee des Regionalgeldes weiterzutragen. So will sie ganz konkret die Unternehmer und Vereine in Raubling informieren.



Anmerkung: Die Einnahmen aus dem Regionalbeitrag und der Umlauf-Impuls sind Umsatz für die Regiogeld-Initiative. Davon werden die Ausgaben abgezogen. Gewinne werden keine erwirtschaftet. Die Chiemgauer-Initiative arbeitet nicht gewinnorientiert, sondern selbstkostendeckend. Der einzige »Gewinn« ist der Nutzen für die beteiligten Unternehmer und Vereine.