Chiemgauer e. V.
Der Chiemgauer e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Zweck Bildung und Forschung. über Projekte wie Schülerunternehmen, Kongresse, Fortbildungen, Praktika, Veranstaltungen, Informationstreffen und vielen anderen Maßnahmen entsteht eine "lernende Region", die sich aufmacht, eine nachhaltige Regionalentwicklung zu erreichen. Der Begriff der Nachhaltigkeit bezieht sich dabei auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Im Mittelpunkt stehen Fragen, wie wir "klimafreundlich" werden können, wie alle Menschen in der Region optimal ihre Fähigkeiten ausbilden und einbringen können und wie eine Wirtschaft zum Wohle der Menschen entsteht.
In der Satzung des Chiemgauer e. V. ist der Chiemgauer als gleichberechtigtes Zahlungsmittel festgelegt. Alle Nutzer des Chiemgauer werden Mitglied im Chiemgauer e. V. Die Regeln des Chiemgauer beschließt die Mitgliederversammlung. Festgehalten sind diese in der Beitragsordnung. Mit den Regeln werden die Satzungszwecke des Chiemgauer e. V. gefördert. Die Abwicklung des Zahlungsmittels Chiemgauer ist wirtschaftlicher Natur. Anfangs waren die Umsätze noch gering und gehörten zum Zweckbetrieb Chiemgauer Schülerunternehmen. Durch das dynamische Wachstum des Chiemgauer wurde es notwendig, den wirtschaftlichen Bereich auszulagern.
Die ehrenamtlich tätigen Chiemgauer-Aktiven haben zu diesem Zweck einen wirtschaftlichen Träger gegründet, um den wirtschaftlichen Bereich zu übernehmen und weiter zu professionalisieren. Am 7.7.07 war es soweit: Die Sozialgenossenschaft Regios wurde am Geburtsort des Chiemgauer, in Prien am Chiemsee, gegründet.
Vorstandschaft des Chiemgauer e. V.
Erster Vorsitzender: Christophe Levannier
Zweiter Vorsitzender: Christian Gelleri
Schriftführer: Charlotte Hellmeier
Schatzmeisterin: Ulli Unterreitmeier
Beratend nehmen an den Vorstandssitzungen die Regionalgruppenleiter teil:
Regionalgruppenleiter Chiemsee-Achental: Peter Fochler
Regionalgruppenleiterin Traunstein-Trostberg: Elke Mathe
Regionalgruppenleitung Rosenheim-Wasserburg-Mangfalltal: Katharina Gruber-Trenker
Historie des Chiemgauer e. V.
Ende September 2002 starten sechs Schülerinnen und Christian Gelleri das Chiemgauer-Projekt. Der Chiemgauer regional - Verein für nachhaltiges Wirtschaften ist zunächst ein nicht eingetragener Verein. Als Koordinatorin des Schülerunternehmens wird Mirjam Fochler gewählt. Weitere Zuständigkeiten: - Produktion - Theresa Landstorfer - Marketing - Cathrin Förster - Buchhaltung - Franziska Genghammer - Organisation - Charlotte Gaitzsch - Design, Gestaltung - Anna-Catherina Seibt
Die Erstausgabe
Am 30. Januar 2003 erfolgt die Erstausgabe des Chiemgauer mit etwa 2.000 Chiemgauer, die bei der ersten Informationsveranstaltung sofort vergriffen sind. Gefördert werden konnte erst mal nur die Turnhalle der Waldorfschule Prien. 20 Akzeptanzstellen machen mit.
1. Regiogeld-Kongress
Ende Februar 2003 findet der 1. Regiogeld-Kongress statt mit Vorträgen von Prof. Margrit Kennedy und Johannes Stüttgen. Die Organisation erfolgt durch Christian Gelleri und das Schülerunternehmen. Die Resonanz ist mit 150 Teilnehmern aus der Region und aus dem deutschsprachigen Raum überwältigend.
Eintragung des Trägervereins
Am 2. Juni 2003 gründen Schüler, Eltern und Lehrer den Chiemgauer regional e. V. Gleichberechtigte Vorstände sind Mirjam Fochler, Charlotte Gaitzsch und Christian Gelleri.
Vernetzung der Regio-Initiativen
Im September 2003 kommen in Prien am Chiemsee Menschen aus ganz Deutschland und Österreich zusammen, um das Regionetzwerk zu gründen. Die Arbeitsplattform für Regiogeld-Initiativen wurde von Declan und Margrit Kennedy sowie von Christian Gelleri initiiert. Franz Galler erklärt, er möchte ein Regiogeld im Berchtesgadener Land initiieren. Es folgt eine enge Zusammenarbeit des Chiemgauer e. V. mit dieser und vielen weiteren Initiativen.
Von Generation One zu Generation Two
In der Mitgliederversammlung 2004 werden Mirjam Fochler, Anna-Catherina Seibt und Dr. Christina Kiewitz zum Vorstand gewählt. Christian Gelleri übernimmt die Geschäftsführung. Der zweite Regiogeld-Kongress im März 2004 wird von Marc Berghaus organisiert und wird ein noch größerer Erfolg als der erste. Im Sommer 2004 machen 8 Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse ein Praktikum beim Schülerunternehmen. 6 Schüler entscheiden sich für die Mitarbeit im Schuljahr 2004/2005.
Mirjam Fochler beim Vortrag
Dynamisches Wachstum
Aufgrund des dynamischen Wachstums des Chiemgauer mit mittlerweile über 200 Unternehmen beginnt im Dezember 2004 ein Strategie- und Leitbild-Prozess. Die Schüler der 1. Generation verabschieden sich in der zweiten Jahreshälfte aufgrund von Abiturvorbereitungen.
Strategiefindung 2005
Auf der Mitgliederversammlung 2005 erfolgt eine Erweiterung des Vorstands. Christian Gelleri wird 1. Vorsitzender. Als Stellvertreter werden Klaus Kopp und Thomas Wittich gewählt. Im erweiterten Vorstand sind weitere 5 Vorstände.
Im Sommer 2005 löst sich das Chiemgauer-Projekt von der Waldorfschule Prien. Die Schülermitarbeit wird in Projektform weitergeführt unter Einbeziehung weiterer Schulen.
Die Ergebnisses des Strategie- und Leitbildprozesses finden Sie hier. Auch wenn sich Zeitpläne und einige Details geändert haben, sind die erarbeiteten Grundzüge aktuell.
Initiierung des Regiogeld e. V.
Im Herbst 2005 zeigen sich immer mehr die Grenzen einer lockeren Zusammenarbeit über das Regionetzwerk. Christian Gelleri initiiert als 1. Vorsitzender des Chiemgauer e. V. zusammen mit Franz Galler die Gründung eines "Europäischen Regiogeld-Verbandes". Am 8.2.2006 wird in Traunstein der "Regiogeld e. V." gegründet mit dem Chiemgauer e. V. als eines von 8 Gründungsmitgliedern. Gemeinsame Qualitätskriterien werden verabschiedet.
Elektronischer Chiemgauer 2006
Auf der Mitgliederversammlung 2006 wird Peter Fochler als stellvertretender Vorstand in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Die Beitragsordnung wird weiterentwickelt. Im Sommer 2006 startet der elektronische Chiemgauer in Wasserburg am Inn. Projektleiter ist Klaus Kopp vom Regionalbüro Wasserburg.
2007 im Zeichen von REGIOS
Die Mitgliederversammlung 2007 bestätigt am 3.3.07 den Vorstand des Chiemgauer e. V. Der geschäftsführende Vorstand besteht weiterhin aus Christian Gelleri, Klaus Kopp und Peter Fochler. Die Mitgliederversammlung gibt grünes Licht für die Gründung der Sozialgenossenschaft Regios am 7.7.07.
Das Jahr 2007 wird mustergültig mit einem Wachstum von 50% beendet. Besonders stolz sind die Macher auf über 25.000 Chiemgauer, die an die regionalen Vereine im Jahr 2007 ausgeschüttet werden konnten.
Jubiläumsjahr 2008 - Jahr des Schwunggeldes
Im Januar 2008 wurde der Chiemgauer 5 Jahre alt. Die St. Leonhards Vertriebs-GmbH sponsert im Jubiläumsjahr 10.000 Chiemgauer für regionale Vereine. Die Ausschüttung erfolgt durch eine Verdoppelung der 3%-Begünstigung. Für die beiden Waldorfschulen in Rosenheim und Prien am Chiemsee übernimmt die Software-AG-Stiftung die Verdoppelung. Von Januar bis September 2008 konnten 15.000 Chiemgauer verdoppelt werden.
Die Jahresergebnisse können sich wieder einmal sehen lassen: 30 % Zuwachs beim Eintausch von Euro in Chiemgauer, über 30.000 Chiemgauer für die Vereine und über 3 Millionen Chiemgauer Umsatz bei den Mitgliedsbetrieben. Die Einnahmen der Chiemgauer-Initiative steigen auf 100.000 Chiemgauer.
Franziska Ziegler von der Universität Passau führte 2008 vier Befragungen durch. Die Zufriedenheit der Verbraucher im Chiemgauer-Netzwerk ist sehr hoch, die Unternehmen schätzen das Preis-Leistungs-Verhältnis überwiegend als gut bzw. sehr gut ein. Die Studie zeigt reichlich Informationsbedarf in der Öffentlichkeit. Die Studie zeigt auch, dass der größte Teil der Unternehmer ihre Chiemgauer wieder komplett ausgeben. Der Chiemgauer bewährt sich trotz Finanzmarktkrise als "Schwunggeld".
2009 - Chiemgauer Klimawerkstatt
Auf Anregung des Vereinsvorsitzenden Christian Gelleri entstand die Idee, Testverbrauchergruppen zu bilden. Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München durchgeführt. In Traunstein, Rosenheim und Inzell konnten dank der guten Vernetzung der Chiemgauer-Initiative drei Gruppen mit 40 Haushalten gestartet werden. Ziel war es, die Klimabilanz zu verbessern. Die Gruppen wurden professionell moderiert und von Experten begleitet. Es fanden gemeinsame Veranstaltungen in Traunstein und Inzell statt. Ein Highlight war eine Rede des alternativen Nobelpreisträgers Hermann Scheer, der die Klimawerkstatt und das Chiemgauer-Projekt sehr gelobt hat.
Die Klimawerkstatt wurde in zwei weiteren Runden in Inzell von Elisabeth Koch weitergeführt. Durch die kontinuierliche Arbeit der zweiten Vorsitzenden konnte der Klimawerkstatt-Ansatz auf solide Füße gestellt werden. Die Ergebnisse werden laufend unter www.klimawerkler.de transparent gemacht. Die Ansatz der Testverbrauchergruppen ist aus dem Chiemgauer-Netzwerk heraus geboren worden und macht nun auch überregional Schule. So gab es bereits Gruppen in München, Bremen und Franken, die von den in der Praxis entwickelten Methoden profitieren konnten.
2010 - Jahr des Mikrokredits
Bereits in den Vorjahren fanden immer wieder Gespräche zwischen Christian Gelleri und Falk Zientz von der GLS-Bank statt, wie man Regiogeld-Kredite in Gang setzen könnte. Über das Mikrokreditprogramm der GLS-Bank eröffnete sich erstmals eine reelle Chance zur Umsetzung. In Workshops des Vereins wurden Kriterien für die Kreditvergabe erarbeitet. Die REGIOS eG sorgte für die praktische Umsetzung. Für das Deutsche Mikrofinanzinstitut wurde 2009 von Christian Gelleri ein Konzept erstellt und für die Akkreditierung akzeptiert. Anfang 2010 wurden die Verantwortlichen des Chiemgauer und Sterntaler geschult. Im April 2010 wurde der erste Mikrokredit vergeben. Schon bald konnten beachtliche Stückzahlen und Kreditvolumen umgesetzt werden. Eine Vollzeitstelle wurde für die Kreditsachbearbeitung neu geschaffen. Besonders stolz ist der Verein darauf, dass Chiemgauer-Kredite zinsfrei vergeben werden. Damit werden die Vorzüge des Regiogeldes und der Mikrofinanzierung optimal verbunden.
2011 - Gemeinden machen mit
2011 lag der Schwerpunkt des Vereins auf der Einbindung von Gemeinden. Am Jahresende waren fünf Gemeinden förderndes Mitglied des Chiemgauer e. V.: Siegsdorf, Inzell, Ruhpolding, Altenmarkt und Traunstein. Alle Mitglieder werden auf den Rückseiten der Chiemgauer-Scheine abgebildet.
