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Chiemgauer-Logo

Die Vorbereitungen für das Schülerunternehmen an der Freien Waldorfschule Chiemgau liefen noch auf vollen Touren: Ab Januar 2003 sollte der Chiemgauer als Regionalwährung einen neuen Impuls in die Wirtschaftskreisläufe rund um den Chiemsee bringen. Da wurde im Oktober 2002 bei den beteiligten Schülern ein Wettbewerb um das beste Logo für den kurz vor der Gründung stehenden Verein Chiemgauer regional ausgerufen. Einmütig erhielt der Vorschlag von Anna Seibt die Zustimmung der Jury. Schon bei einem oberflächlichen Blick erschließt sich dem Betrachter eine plausible Interpretation: ein großes C für Chiemgauer und ein kleines r für regional. Doch ein Logo soll mehr sein als eine griffige Abkürzung, es soll im besten Fall etwas aussagen über die Zielsetzungen des Vereins - der Entwurf von Anna Seibt leistet das. Er verbindet dreierlei Elemente miteinander, die jedes für sich ein wesentliches Charakteristikum der in dem Projekt enthaltenen Absichten darstellen, aber nur zusammengenommen zeigen sie das Spezifische des Chiemgauer-Projektes:

Zuerst und am auffälligsten der Bogen

Der Bogen steht für die Gemeinschaft der Menschen, die sich zur Teilnahme am Chiemgauer-Projekt entschließen. Freiwillig finden sie sich zusammen, um gemeinsam und gleichberechtigt Ziele festzulegen und zu verwirklichen. So ist der Bogen auch zu verstehen als Teil eines Kreises, der Gemeinschaft und direkte Basis-Demokratie symbolisiert.

 

 

Dann die Schleife, die sich nach oben windet

Die Schleife steht für das Prinzip der arbeitsteiligen Zusammenarbeit und der sich daraus entfaltenden Dynamik in der Region und darüber hinaus. Das Symbol der Schleife war aus einer Spirale entstanden, die sich in ihrer Grundtendenz eindeutig aufwärts bewegt. Doch in der Schlinge durchläuft sie auch eine Abwärtsbewegung, taucht ein in das Materielle, in die Ökonomie, entwickelt sich in dieser Bewegung aber wieder nach oben und nimmt die ursprüngliche Richtung wieder auf. Das Auffallende dabei: Die Bewegung nach unten wirkt nicht zerstörerisch, sondern genau so stimmig und fruchtbar wie die Aufwärtsbewegung, beides gehört zusammen.

 

Die Schleife bewegt sich übrigens nicht geradlinig, sondern leicht gekrümmt. Angedeutet ist dadurch ein zunächst kräftiges Wachsen im Bewusstsein, dass sich die Dynamik auf einem hohen Niveau einpendelt, denn Bäume wachsen nicht in den Himmel und die Wirtschaftsleistung ebenso wenig.

über allem der Punkt

Probieren Sie es aus: Ohne den Punkt wäre das Logo ärmer. Bogen (Gemeinschaft) und Schleife (Wirtschaft) wirkten zwar zusammen, aber es fehlte das impulsierende kreative Dritte. So verlangte der Willensimpuls der Initiatoren nach einem Symbol im Logo: der Punkt. Er steht für den freien Willen zur Teilnahme und die kreative Tat, die durch jeden neuen Beteiligten im Verein erneuert und gestärkt wird.

 

Die Zusammenarbeit ist auf den freien Willen des Individuums ausgerichtet. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, wie es zu Beginn der französischen Revolution verkündet wurde, verwirklicht sich beim Chiemgauer in der gleichberechtigten Gemeinschaft (Bogen), der dynamischen Arbeitsteilung in regionalen Wirtschatskreisläufen (Schleife) und den kreativen Impulsen der einzelnen Vereinsmitglieder (Punkt). Diese drei Interpretationsebenen des Logos bilden sozusagen ein rudimentäres Leitbild für den Chiemgauer e. V.

Redesign I im Jahr 2005

Um das Logo auf allen Materialien verwenden zu können, war 2005 eine Aufbereitung des Logos für die Verwendung im Grafikbereich notwendig geworden. Nach mehreren Anläufen gelang Henriette Nagy von der Werbeagentur Redix ein sehr schönes Redesign. Das Erscheinungsbild blieb gleich, hinzu kam ein geradere Linienführung und eine Einrahmung durch 8 graue Striche.

Redesign II im Jahr 2007

Auf den mehrfachen Hinweis einer fehlenden Prägnanz des Logos erfolgte 2007 eine leichte Überarbeitung. Die Linien wurden verbreitert, die Schattierung wurde entfernt.

 

Copyright Text: Christian Gelleri

Copyright Grafiken: Chiemgauer e. V.

Urheber des Logos: Anna Seibt