Nachrichten

Gesamtliste

Nachrichten nach Monaten

Der CHIEMGAUER auf Arte: «Wachstum, was nun?»

Die Regionalwährung Chiemgauer erfährt innerhalb der Dokumentation «Wachstum, was nun?» internationale Beachtung. Die renommierte Filmemacherin Marie-Monique Robin nutze den Regiongeldkongress im vergangenen Jahr in Traunstein für ihre Aufnahmen. Gezeigt wird die rund 90-minütige Dokumentation am Dienstag, den 4. November um 20.15 Uhr auf Arte. (Wiederholungen am 7. November um 8:55 Uhr und am 15. November um 11:55 Uhr).

 

 

Marie-Monique Robin und ihr Team bei Dreharbeiten mit dem Chiemgauer-Vorstand Christophe Levannier. Foto: Hans Eder

Marie-Monique Robin und ihr Team bei Dreharbeiten mit dem Chiemgauer-Vorstand Christophe Levannier. Foto: Hans Eder

Heike: eine Währung für die lokale Wirtschaft

Die Dokumentation können Sie hier anschauen!

Und das Portrait von Heike hier.

 

Die französische Investigativ-Journalistin und Filmemacherin Marie-Monique Robin ist weltweit bekannt, vor allem durch ihren Gentechnik-kritischen Film „Monsanto, mit Gift und Genen" und die nachfolgende Produktion „Unser täglich Gift". Jetzt hat sie einen neuen Film gedreht, der sich unter der Überschrift „Sacrée Croissance" („Heiliges Wachstum") um die Frage dreht, warum Wirtschaftswachstum zu einem Dogma der Politik erhoben worden ist. In ihrem Drehbuch will sie Alternativen dazu aufzeigen, daher spielen auch regionale Währungen eine ganz wichtige Rolle, so wie der Chiemgauer. Darum sind für diesen Film, der am kommenden Dienstag, 4. November, um 20.15 Uhr bei arte ausgestrahlt wird, zahlreiche Szenen mit Personen und Firmen aus Stadt und Landkreis Traunstein gedreht worden.

 

Anlass für Marie-Monique Robin war im Mai vergangenen Jahres der Regiogeld-Kongress vom 2. bis 5. Mai, den die Verantwortlichen der Regionalwährung Chiemgauer in großem Stil auf und um den Stadtplatz organisiert hatten. Dies war erste Etappe für den neuen Film, der den deutschen Titel „Wachstum, was nun?" trägt. Damals waren prominente Redner nach Traunstein gekommen, und das Filmteam von Robin sprach mit einigen von ihnen, unter anderen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Nico Paech. Besucht wurden darüber hinaus aber eine ganze Reihe von Akteuren der Chiemgauer Regionalwährung. Es gab ein ausführliches Gespräch in der Firma Schürnbrand, ist doch Firmeninhaber Christophe Levannier Vorstand des Chiemgauer e.V. und von Anbeginn einer der leidenschaftlichsten Befürworter und „Missionare" des Regionalgeldes. Gesprächspartner von Robin war natürlich auch Christian Gelleri, der Gründer des Chiemgauer. Weitere Drehtermine mit der mit vielen Preisen ausgezeichneten Filmemacherin gab es bei Bernhard Hennes, dem Inhaber des Geflügelbetriebs in Langenspach bei Erlstätt, bei der Schlossbrauerei Stein, beim Waldkindergarten Traunstein, beim Traunsteiner Bauernmarkt, bei Biofair Traunstein und bei der Firma Naturhaus.

 

Mit ihrem Film will Marie-Monique Robin daran erinnern, dass Geld ursprünglich ein Tauschmittel war. Und der Film will damit die Botschaft verbinden, dass Regiogeld eine Antwort auf das jetzige Finanzsystem sein könne, in dem nur fünf Prozent der Geldmenge die Realwirtschaft betreffen, der Rest ausschließlich Spekulationszwecken dient. Aus diesem Grund werden in diesem Film auch die Referenten des Regiogeldkongresses 2013 in Traunstein zu Wort kommen, die zu den Themen Regiogeld und Postwachstumsökonomie etwas zu sagen haben.

 

Eine verbindende Rolle in diesem Film spielt die Traunsteinerin Heike Polster. Sie stand Marie-Monique Robin als Chiemgauer-Verbraucherin ein Tag lang zur Verfügung und ist in diesem Film eine von neun Frauen aus der ganzen Welt, die als Beispiel für den Übergang in eine Postwachstumgesellschaft stehen sollen. Diese Frauen - aus Europa, Asien und Südamerika - engagieren sich in den Bereichen Landwirtschaft, Gastronomie, Energie und Finanzen. Sie sind weder politische Aktivistinnen noch Intellektuelle, sondern „lokale Heldinnen", wie es in dem Film heißt, die sich hier und jetzt für eine solidarischere Welt einsetzen. Unabhängig von ihrer sozialen oder geographischen Herkunft liegt ihnen vor allem das Glück ihrer Kinder und Kindeskinder am Herzen - eine starke Motivation, um von „immer mehr" auf „immer besser" umzusteigen.

 

Wie sie, so eine Botschaft des Films, machen sich immer mehr Experten für ein Ende des grenzenlosen Wachstums stark. Im Norden und Süden der Welt experimentiert man mit neuen Wirtschaftsmodellen und erzielt inzwischen erste Ergebnisse. So zeichnen sich neue, umweltbewusste und regionalisierte Modelle ab, die die Menschheit für absehbare Probleme wie Klimawandel, Mangel an fossilen Brennstoffen und Finanzkrisen besser wappnen. Solche Alternativen, die sich bereits bewährt haben, werden in diesem Film aufgezeigt, der auch mit pädagogischem Material begleitet wird. Es gibt dazu Bücher, DVDs, viele kleine zusätzliche Filmbeiträge und eine Wanderausstellung, die man gerne auch in Traunstein sehen würde.

 

Wachstum was nun? 93-minütige Dokumenation auf Arte. Im Anschluss zeigt Arte ein Interview mit der Filmemacherin Marie-Monique Robin.