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Wege in eine menschliche Wirtschaft

Der gut besuchte Vortrag von Prof. Dr. Christian Kreiß am 28. November in der Rosenheimer Waldorfschule zu den Themen Wirtschaft und Finanzen, menschlichere Wirtschaft, europäische Wirtschafts- und Finanzkrise sowie faires Geldsystem und geplante Obsoleszenz zeigt, wie es auch gehen könnte: menschlicher.

Eine hervorstechende Eigenschaft von Prof. Dr. Christian Kreiß: Komplexe Zusammenhänge verständlich machen. Foto: Nik Thaele

Eine hervorstechende Eigenschaft von Prof. Dr. Christian Kreiß: Komplexe Zusammenhänge verständlich machen. Foto: Nik Thaele

 

Rosenheim. Auf Einladung des Chiemgauer e. V. sprach der an der Hochschule Aalen lehrende ehemalige Investmentbanker Dr. Christian Kreiß an der Freien Waldorfschule Rosenheim vor rund 80 Zuhörern über Wege in eine menschliche Wirtschaft.

 

Der Ökonomie-Professor Kreiß hat dieses Frühjahr bereits die aufsehenerregende Studie „Geplante Obsoleszenz" (Warum viele Artikel heute so viel kürzer halten als früher) veröffentlicht, die es auf Seite 1 der Bild- Zeitung und der Süddeutschen Zeitung geschafft hat.

 

Der Autor führte nach einer kritischen Analyse der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzlage aus, dass gesellschaftliche Weichenstellungen zu einer menschlicheren Wirtschaft und zur Abmilderung der derzeitigen schlechten Wirtschaftslage in großen Teilen Europas und Amerikas recht einfach und sehr erstrebenswert wären. Insbesondere durch einen Abbau der in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegenen Ungleichverteilung wäre die derzeitige kritische Finanzlage in vielen Ländern leicht zu beheben.

 

Jeder Einzelne kann, so Kreiß, zu einer menschlicheren Wirtschaft aktiv beitragen, indem man auf Unnötiges verzichte, indem man verantwortungsvoll mit seinem Ersparten umgehe und indem man überlege, wo man sich gesellschaftlich sinnvoll einbringen kann.

Die Regionalwährung Chiemgauer sei so ein praktischer Ansatzpunkt, um das Bewusstsein für ein faires Geldsystem zu schaffen. Beim Chiemgauer wird gezeigt, dass das Geld dem Menschen dient, also eine praktische Umsetzung dessen, was Papst Franziskus in seinem apostolischen Schreiben vom 24. November 2013 gefordert hat. Das Publikum spendete starken Applaus und stellte während der Diskussion viele Fragen.

 

Christian Gelleri wies zum Abschluss darauf hin, dass der im Chiemgauer eingebaute Negativzins mittlerweile sogar von den Notenbanken ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Das zeige, wie vermeintlich kleine Bewegungen, die anfangs noch belächelt würden, durch konsequentes Mittun engagierter Bürger große Wirkungen erzielen könnten. Der aus zahlreichen Fernseh- und Rundfunkauftritten bekannte mainstreamkritische Ökonom hielt seinen ersten Vortrag in Rosenheim.

 

Vor seinem abendlichen Vortrag in der Waldorfschule Rosenheim war er zu Gast bei der Sendung quer (Bayerisches Fernsehen) und beim Talk mit Thorsten Wiendl beim RFO.