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Für den Weg der Kartoffel und den Apfel gibt es viele Möglichkeiten, bis sie im Regal stehen. Vom Erzeuger, über den Handel bis zum Anbieter vor Ort.

Es gibt unterschiedliche Konzepte und Philosophien wie der Weg eines Produkt vom Entstehen bis zum Endverbraucher aussieht. So auch beim Thema Bio. Bio-Produzenten, die Waren etwa nach Demeter oder Naturland, Bioladen à la Oma Emma oder als Filiale Teil einer größeren Kette. Manche sind spezialisiert auf ein gezieltes Sortiment, andere Anbieter setzen auf Sortimentsvielfalt, besondere Frische, betonen unterschiedliche Aspekte der Regionalität oder Preispolitik. Am Ende ergibt sich ein buntes Bild auf der Verkäuferseite. Für den Zwischenhandel entstehen daraus unterschiedliche Anforderungen.

 

Dax (Mitte) im Gespräch mit Vorstand Kopp


Für den Weg der Kartoffel und den Apfel gibt es viele Möglichkeiten, bis sie im Regal stehen. Vom Erzeuger, über den Handel bis zum Anbieter vor Ort.

Es gibt unterschiedliche Konzepte und Philosophien wie der Weg eines Produkt vom Entstehen bis zum Endverbraucher aussieht. So auch beim Thema Bio. Bio-Produzenten, die Waren etwa nach Demeter oder Naturland, Bioladen à la Oma Emma oder als Filiale Teil einer größeren Kette. Manche sind spezialisiert auf ein gezieltes Sortiment, andere Anbieter setzen auf Sortimentsvielfalt, besondere Frische, betonen unterschiedliche Aspekte der Regionalität oder Preispolitik. Am Ende ergibt sich ein buntes Bild auf der Verkäuferseite. Für den Zwischenhandel entstehen daraus unterschiedliche Anforderungen.

Eine mögliche Strategie, den Anforderungen gerecht zu werden, hat Ökoring mit Sitz in Mammendorf bei München entwickelt. Sie beliefern als Bio-Großhändler eine Region, die weit über die Grenzen des Chiemgauer hinaus gehen

Die Chiemgauer-Redaktion sprach anlässlich des 15-jährigen Firmenjubiläums von Ökoring mit Geschäftsführer Robert Dax:

Interview


1. Herr Dax, Sie gelten als einer der »Bio«-Pioniere und haben Vieles in dieser Richtung angeschoben und bewegt. Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht ein Regiogeld wie der Chiemgauer und die damit verbundene Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe für die Biobewegung in der Zukunft?


Regionalgeld ist meiner Meinung nach ein sehr wirksames Instrument um die Bedeutung der Regionalität bewusst zu machen. »Bio«, richtig verstanden, hat immer auch zu tun mit energie- und klimaschonender Produktion und möglichst kurzen Wegen. »Bio« garantiert ferner auch die Sicherung regionaltypischer Kulturlandschaften. Der bewusste Akt ein regionales Zahlungsmittel einzusetzen (auch wenn es noch relativ wenig geschieht und manchmal auch nur Symbolcharakter hat) hilft in starkem Maße wieder mehr Verantwortung für die Mitmenschen, den Mitgeschöpfen und die Umwelt zu übernehmen.



2. Ihre Firma Ökoring verfügt über ein Regionalgeldkonto. Damit ist ein bargeldloser Zahlungsverkehr mit Regionalgeld möglich. Welche Bedeutung hat für die Firma Ökoring das Regionalgeld in der Praxis, in der Kundenbeziehung, im Marketing?

Die Kundenbindung wird intensiver und neue Kunden können zumindest
für eine ein- bis zweimalige wöchentliche Belieferung gewonnen werden. Regionalgeld gewinnt in wachsendem Maße Bedeutung für die Marketingstrategie des Ökoring.


3. Gehört für Sie zum Selbstverständnis der Firma Ökoring die Akzeptanz und Weitergabe von so genanntem Regionalgeld? Welchen Stellenwert hat für Sie Regionalgeld?

Das Regionalgeldkonzept ist für Ökoring und für mich eine aktive Umsetzung einer Überzeugung in die Praxis. Diese Einstellung wird immer mehr wahrgenommen und honoriert. Sie hat den ein oder anderen auch schon ermutigt beim Chiemgauer-Regionalgeld mitzumachen.

4. Was heißt für Sie »Regionalität«?

Regional setzt dort an, wo sich der Mensch zuhause fühlt.
Regionalität geht für Ökoring über das Verbreitungsgebiet
des Chiemgauer und Sterntaler hinaus. In der Beschaffung
der Lebensmittel ist unsere Region Bayern. Bei der Lieferlogistik
wird etwas abgerundet der südbayerische Raum verstanden.



5. Kann Ihrer Meinung nach Regionalgeld wie der Chiemgauer einen Beitrag für einen sinnvollen Umgang mit Ressourcen leisten.
Wenn ja, welche?


Hierzu habe ich das Wesentliche schon bei der ersten Frage gesagt. Nochmal betonten möchte ich aber, dass Regionalgeld eine effektive Kommunikation fördert, die Solidarität und das Empfinden der Zusammengehörigkeit stärkt. In Verbindung mit der räumlichen Nähe werden intelligente Symbiosen und sinnvolle Kooperationen möglich.


6. Sehen Sie Schwachstellen im Konzept des Chiemgauer?

In der Praxis ist für Ökoring nur der jetzt mögliche »bargeldlose«
Zahlungsverkehr sinnvoll. Die Einrichtung eines Chiemgauer-Kontos
ist wohl noch mit zu hohen Kosten verbunden, sodass kleinere
Läden manchmal die Installation scheuen. Eine Übergangsphase ist
o.k. Aber auf Dauer ist zweigleisig nicht zu leisten.

7. Was wünschen Sie sich vom Chiemgauer der Zukunft?

Abwicklungstechnischer Zusammenschluss mit anderen Regional-Währungen. Mittlerweise müssten wir zurzeit mit mindestens drei weiteren »Regios« zusammenarbeiten. Auch wäre ein schneller Beitritt von Chiemgauer Naturfleisch und Molkerei Piding einer unser großen Wünsche.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.